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Funktionsdiagnostik

Nicht immer werden Zahnschmerzen oder grundsätzliche Zahnprobleme durch Erkrankungen an Zähnen oder Zahnfleisch verursacht. Neben Karies und Parodontose kann auch der Biss selbst zu erheblichen Beschwerden führen. Die Funktionsdiagnostik beim Zahnarzt befasst sich mit den Fehlstellungen von Kiefer und Zähnen. Sie führen häufig zu vielschichtigen Symptomen, darunter Rücken- und Kopfschmerzen, Verspannungen in der Nacken- und Schultermuskulatur, Zähneknirschen oder Schmerzen beim Kauen.

Die ausführliche Diagnostik findet durch eine klinische Funktionsanalyse statt.

Sie untersucht die Position der Gelenke des Kiefers zueinander, die Funktionalität der Kaumuskulatur sowie insgesamt auch die kleinsten Veränderungen, die zu einer krankhaften Beeinträchtigung der Funktionalität des Kiefers führen können. Bei der funktionsanalytischen Untersuchung lassen sich zunächst durch Befragung des Patienten zur Art, Dauer und Lokalisation der Schmerzen potenzielle Ursachen erkennen. Anschließend wird die Muskulatur des Kopfes und Kauapparates auf Druckempfindlichkeit untersucht.
Die vielfältigen Funktionsstörungen werden in der Zahnmedizin als sogenannte craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet (lat.: Cranium = Schädel, Mandibula = Unterkiefer). Dementsprechend ist die Funktionsdiagnostik auch als CMD-Diagnostik bekannt.

Schienentherapie
Eine der häufigsten therapeutischen Maßnahmen im Anschluss an die Funktionsanalyse ist die Schienentherapie. Dabei wird zunächst eine individuell für den jeweiligen Patienten angepasste Aufbissschiene hergestellt. Sie sorgt dafür, dass sich die Kiefergelenkpositionen zueinander positiv entwickeln. Die so verbesserte Stellung der Zähne sorgt für eine Regeneration sowohl der Kaumuskulatur als auch des Kiefergelenks.
Zur Fertigung der Schiene werden Ober- und Unterkiefer abgeformt. Dadurch wird gewährleistet, dass die Therapie mit einer exakt passenden Schiene durchgeführt werden kann. Sie wird zu Beginn für mehrere Wochen rund um die Uhr getragen. Im Verlauf der Zeit kann die Schiene den jeweiligen Verbesserungsschritten angepasst werden und ist später nur noch in der Nacht durchgehend und am Tag stundenweise erforderlich.
Eine erfolgreiche Therapie lässt sich nicht nur am verbesserten Biss erkennen, sondern vor allem an nachlassenden beziehungsweise völlig wegfallenden Schmerzen. Häufig ist ein bereits bestehender Zahnersatz Resultat einer Abnutzung der Zähne durch die Fehlstellung und die daraus resultierende zusätzliche Belastung. Die Verbesserung der Dysfunktion durch die Schiene ist häufig sehr erheblich. Allein durch die deutliche Entlastung der Gelenke und die Korrektur der Funktionsabläufe gilt das Verfahren in vielen Fällen als hilfreich.

Physiotherapie für Kiefergelenkserkrankung
Vielfach wird die Schienentherapie durch physiotherapeutische Anwendungen unterstützt. Zu diesem Zweck erfolgt eine Überweisung durch den Zahnarzt an eine Praxis für Physiotherapie, die eine entsprechende fachliche Spezialisierung aufweist. Ausgebildete CMD-Therapeuten begleiten die zahnärztliche Behandlung durch ein manuelles Einwirken auf die Kaumuskulatur. Hierzu kommen in mehreren Sitzungen spezielle Dehnungs- und Lockerungsübungen zum Einsatz, die einer Entlastung der Kiefergelenke dienen.
Im Bereich der Muskulatur des Nackens trägt die Physiotherapie für Kiefergelenkserkrankung wesentlich zu einer Entspannung und damit Schmerzreduktion bei. Auch eine Verminderung der häufig erheblichen Anspannung der Muskulatur im Kaubereich lässt sich erreichen.
Die Therapie beinhaltet neben der Anwendung durch den Physiotherapeuten auch eine Anleitung zu Eigenübungen. Hierzu werden Techniken vermittelt, die zu Hause durchgeführt und problemlos in den Alltag integriert werden können, um den Genesungsprozess aktiv zu unterstützen. Die einzelnen Behandlungsschritte von Zahnarzt und Physiotherapeut, wie auch die selbsttätig durchgeführten Übungen sollten grundsätzlich parallel erfolgen, um den größtmöglichen Verbesserungsnutzen zu erzielen.

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